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2020 | «Nochmals, Charley!»

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Zum Stück
Ein Theater feiert Jubiläum. Zu diesem Anlass wird aus dem Spielplan vergangener Jahre ein Stück noch einmal umgesetzt. Die Wahl fällt auf «Charley’s Tante». Dass mit diesem Entscheid aber eine aberwitzige Geschichte losgeht und zum Schluss kaum mehr etwas ist, wie es ursprünglich gedacht war, dies wird die Zuschauer freuen. Über die klassischen Etappen der Leseprobe, Hauptprobe, dreizehnte Vorstellung und Dernière erlebt das Publikum, wie das Grüppchen von Theaterbegeisterten mit dem Stück ringt. Denn was vor gut vierzig Jahren noch leichtfüssig und ohne Irritation sich spielen liess, fordert heute heftige Kontroversen heraus. Diskussionen über Frauenbilder, Genderfragen und Besetzungsdivergenzen bringen den Proben- und Aufführungsprozess ebenso ins Schlingern wie die geheimen Kräfte von Anziehung und Liebe. Hautnah erlebt das Publikum, wie das Projekt bös in Schieflage und mehrmals gar hart an den Abgrund gerät. Am Schluss weiss niemand mehr, wer nun wer und ob das Spiel wirklich noch Spiel sei. Und die Vorstellung über die starr duale Idee der Geschlechter weicht sich auf in eine Richtung unzähliger Möglichkeiten, wie es sich nun verhalte mit Mann und Frau, und Frau in Mann, und Mann in Frau, und Frau in Mann in Frau im Mann… Zum Brüllen komisch!
 
Zum Original «Charley’s Tante»: Zwei Studenten haben Besuch von zwei jungen Damen. Da die angekündigte Tante des einen nicht auftaucht, wollen die Ladies wieder gehen. Um dies zu verhindern, kleidet sich ein Freund der beiden Studis als Dame. Bald aber taucht der Vater des einen Mädchens auf, kurz darauf auch der Vater des einen Studenten. Und als wäre dies alles nicht genug, reist auch die echte Tante an - direkt aus Brasilien.

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