2014 | Molière

Programmheft
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Zum Stück
 
Heute würde man ihn als Starregisseur, Bestseller-Autor und Allround-Genie bezeichnen. Jean Baptiste Molière war Schauspieler, Regisseur und Autor in einem. Und in allen Disziplinen galt er als Meister seines Faches. Heute kennt man ihn vor allem noch als Autor von „Der eingebildete Kranke“, „Der Geizige“ oder Tartuffe“. Zu seiner Zeit war er mehr als das. Er revolutionierte die Theatertraditionen seiner Zeit und war das künstlerische Gewissen des Sonnenkönigs Louis XIV. Zusammen mit dem Musiker Jean Baptiste Lully war Molière für den reibungslosen Ablauf der prachtvollen Hoffeste zuständig. Zu Tausenden kamen die Adligen nach Versailles, und der König wollte partout nicht, dass man sich langweilte. Theater, Musik, Tanz, Wasserspiele, Essgelage und Feuerwerk waren die Ingredienzen, welche Molière auf geschickte Weise zusammen mischte, um den nationalen und internationalen Gästen erstklassige Unterhaltung zu bieten.
 
Doch Molière bewegte sich auf dünnem Eis. Wer Erfolg hatte, mit Macht und Kirche spielte und Zeitgenossen auf der Bühne der Lächerlichkeit preisgab, schuf sich Feinde. Am Ende starb Molière einsam und verlassen. Seine Stücke jedoch wurden übersetzt, nachgespielt und sind nicht mehr aus den Theater-Spielplänen auf der ganzen Welt wegzudenken.
 
Das Theaterstück „Molière“ wird nicht auf der ganzen Welt gespielt, aber in Stans. Der Autor und Regisseur Ueli Blum hat sich intensiv mit der Geschichte Molières auseinandergesetzt und zeigt nun in fünf grossen poetischen Bildern mit viel Musik das Leben des berühmten französischen Dramatikers im Theater an der Mürg. Es wird erzählt, wie Molière sich unsterblich sowohl ins Theater, als auch in die Schauspielerin Madeleine Béjart verliebt und wie der Versuch, ein eigenes Theater zu gründen im Schuldenturm endet. Unterwegs im Süden Frankreichs spielt man auf den Strassen der kleinen Gemeinden Commedia del arte, bis der König auf die junge Truppe aufmerksam wird und den Grundstein für Molières internationale Karriere legt.
 
Ueli Blum erzählt in seinem Stück mit viel Humor und rasanten Bildwechseln die Geschichte eines Theaterverrückten und seiner Truppe. Es ist eine Hommage an die Bretter, die die Welt bedeuten. Es ist Roadmovie und Politthriller in einem und zeigt, dass Theater, Liebe und Macht viel näher beieinander liegen, als es vielleicht scheint.

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