2013 | Liliom

Programmheft
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Zum Stück
 
LILIOM ist zweifellos das poetischste Stück und dazu ein Frühwerk Molnárs, das sich seit 100 Jahren auf den Spielplänen der deutschsprachigen Bühnen hält. Und vielleicht liefert es auch nach sieben Verfilmungen den Stoff für weitere Drehbücher, und neue Generationen von Schauspielern werden die Rollen rund um den Rummelplatzausrufer und Filou LILIOM mit seinem Faible für die holde Weiblichkeit und seinem Hang zum Brachialen weiterhin neu beleben.
 
Doch weit mehr als die ungebrochene Erfolgsgeschichte des Stücks fasziniert mich an Molnárs Vorstadtlegende seine grosse Kunst für Atmosphäre, seine hohe Sinnlichkeit, sein ausgeprägter sozialer Instinkt, mit denen er liebevoll präzise seine Figuren zeichnet. Er durchleuchtet den glatten Schein der Gründerjahre, sein Blick hinter die Kulissen der Gesellschaft wirkt entlarvend.
 
In einer Mischung aus heiterer Leichtigkeit und tragischer Düsterheit erzählt der Autor die Geschichte zweier unglücklich Liebender in ihrem ganzen sozialen Umfeld. – Eine einfache Geschichte in einer kleinen Welt. Unsentimental. – Liebe ist hier nicht ein sanfter Zauber sondern unentrinnbares Naturgesetz. Gut und Böse sind hier keine sittlichen Kategorien, sondern: Kräfte! (wie Alfred Polgár schrieb, der 1910 die deutsche Übertragung schuf) Bei allem Unglück, dass die Figuren erleiden, bettet Molnár sie stets in ein schwereloses Spiel, erinnert immer wieder mit feinem Humor und Ironie, dass wir hier nicht das reale Leben erleben, sondern eine Überhöhung. Eine Lupe auf die mögliche Wirklichkeit: Mal erschreckend brutal, mal berührend zärtlich. LILIOM ist nicht nur Komödie, nicht nur Märchen, nicht nur zwischen Himmel und Erde aufgespanntes Traumspiel: LILIOM will treffen und berühren.

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