1999 | Romulus der Grosse

Programmheft
Programmheft

Friedrich Dürrenmatt hat die Komödie in den Jahren 1948/49 geschrieben. Sie wurde am 25. April 1949 im Stadttheater Basel uraufgeführt und im Dezember desselben Jahres am Schauspielhaus Zürich. Die zweite Fassung kam dann am 24. Oktober 1957 unter der Leitung des Oskar Wälterlin ebenfalls im Schauspielhaus Zürich zur Aufführung.
Die Büsten der römischen Staatsmänner, Denker und Dichter verkauft er. Meldungen vom drohendem Einbruch der Germanen erschüttern ihn nicht im geringsten. Er steht mitten im Zusammenbruch seines Reiches, Weltuntergangsstimmung herrscht.
Romulus, der letzte Kaiser Roms, nimmt sich das Recht, ein Weltreich in den Untergang zu schicken und sich selbst mit ihm. Odoaker, sein Gegner ist ein Bauer und hasst den Krieg. Das germanische Weltreich wird ihm angesichts des römischen Reiches fragwürdig.
Dürrenmatts Stück gehört zu den wenigen bedeutenden Komödien des deutschsprachigen Theaters. Für uns Grund genug, uns auf die Aussagen des Autors zu konzentrieren und bewusst auf den Auftritt von Hühnern, den von Romulus so geliebten zweibeinigen, gefiederten Freunden zu verzichten...
Rupert Dubsky, Regisseur


Über das Werk

In seiner ersten - und in den neunziger Jahren "wiederentdeckten" Komödie stellt Dürrenmatt einer Gesellschaft, die sich in der Pose des Heroismus gefällt und damit den Krieg schürt, den pazifistischen Helden-Narren gegenüber, der durch sein Nichtstun Moral und Vernunft zum Sieg verhilft.
Mit Verfremdung, Persiflage und Kontrast bis zum Kalauer - entfernt sich der Dramatiker vom Illusionstheater. Dürrenmatt schrieb das Werk mehrfach um, so dass es in fünf Fassungen vorliegt. Während der Titelheld in der ersten Version noch Züge eines planvoll Handelnden trägt, erscheint sein Tun in späteren Versionen weniger gradlinig. Aus der sozialkritisch-utopischen wird eine pessimistisch-resignative Satire über die Machtlosigkeit des Einzelnen vor der Geschichte.

Aus "Harenberg Schauspielführer", Ausgabe 1997

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